Die Praxis

Philosophie des Praxiskonzeptes

Die folgenden Darstellungen geben eine subjektive Auffassung wieder und geben in keiner Weise offizielle Meinungen von Berufsverbänden oder Ärztekammern u.a. wieder. Die inhaltlichen Übereinstimmungen wären zufällig, aber erfreulich.

 

Die PraxisDie Idee zu einem neuen Praxiskonzept entstand während der Tätigkeit als Gründer und ärztlicher Leiter eines Notarztstandorts, sowie als Leitender Notarzt im Landkreis Giessen. Nachdem die Gründung der Arbeitsgemeinschaft Notärzte Giessen (ANG e.V.) maßgeblich eingeleitet war und sich die erfolgreiche Arbeit durch mehrere Rettungsdienstmessen und den Aufbau des Notarztstandortes dokumentierte, zeigte sich einmal mehr, dass der Erfolg viele Väter hat, insbesondere dann, wenn das Kind gesund ist. Nachdem im Vorfeld die Geburt des Notarztwagens von vielen behindert wurde verdeutlichte sich, dass in diesem Metier weder Wahrhaftigkeit, Humanismus, noch Loyalität wesentliche Charakterstärken darstellen. Dies verdeutlichte sich nicht nur in schikanöser Willkür von behördlichen Instanzen mit Verordnungs- und Rechtsauslegung nach Gutsherrenart, sondern auch in der Verblendung übergeordneter Aufsichtspersonen mit retro- und antegrader Amnesie. Hinzu kamen der wissensfreie Sachverstand selbsterklärter Fachleute und die enttäuschende Persönlichkeitsstruktur bestimmter Individuen.

Die PraxisDie frühzeitige Analyse der Probleme machte neue Konzepte erforderlich. Die klassische Medizin in Form einer Einzel- oder Gemeinschaftspraxis mit vertragsärztlichem Auftrag kam so nicht in Frage. Durch den Kontakt mit dem damaligen Gesundheitsministerium in Bonn in der Funktion als Präsident des Berufsverbandes für den Rettungsdienst in Deutschland kristallisierte sich die offensichtliche Autolyse des solidarisch getragen Gesundheitssystems heraus. Die Vollkaskomentalität wird in der Rationierungsmedizin aktuell konterkariert. Der Wettbewerb um Geld und Patienten treibt seltsame Blüten zwischen s.g. IGEL- Leistungen, Talkshow und Bestsellermarketing. Es sollte daher ein Konzept sein, dass eine individuell zentrierte und serviceorientierte Medizin ermöglichte. Gleichzeitig sollte dabei ein Höchstmass an fachlicher Kompetenz und Aktualität gewährleistet sein. Das logistische Reengineering sollte eine interdisziplinäre Ausrichtung im Sinne eines fachärztlichen Zentrums beinhalten mit einer Synergie fachlich, räumlicher Art und in der Gestaltung des Arbeitsplatzprofils und der Personalstruktur. Ferner sollte eine Atmosphäre in den Räumlichkeiten existieren, die den Patient - Arztkontakt angenehm gestaltet. Dies scheint gelungen, nachdem der TÜV Süddeutschland mit der Zertifierung Din-ISO und Rezertifizierung die Qualität der Praxis bescheinigte. Es blieb nicht aus, dass derartige Ambitionen ambivalente Reaktionen auch von Kollegen hervorriefen. Nachdem anfänglich Skepsis und Misstrauen vorherrschten, wurde der sich abzeichnende Erfolg des Konzeptes teilweise polemisch und denunzierend begleitet. Heute wird diese Organisationsform mit seinen Instrumenten auch politisch und standesintern als eine der wenigen Möglichkeiten gesehen zukünftige Anforderung im Spagat zwischen evidenzbasierter Medizin und ökonomischer Schräglage zu überstehen. Dies haben viele Kollegen, die uns regelmäßig besuchen, erkannt und zum Teil selbst umgesetzt, auch als Gegenpol zu den Expansionsbestrebungen in der ambulanten Leistungsausweitung der Kliniken. Investition in Medizintechnik, räumlicher Infrastruktur und Fortbildungsaktivität incl. weiterer Investitionsbereitschaft ist nur auf der Basis einer gesunden und planbaren wirtschaftlichen Grundlage möglich. Dies ist leider in der vertragsärztlichen Versorgung nicht möglich. Insbesondere die Planungssicherheit ist systemimmanent - auch gewollt - unmöglich. Man muss leider mit Bedauern zur Kenntnis nehmen, dass die immer schon mehr oder wenige sublime Form der "zwei, drei" Klassenmedizin heute schmerzhaft demaskiert ist.

Die PraxisDie politisch Verantwortlichen sind konzeptlos und wollen die Wähler mit Scheintransparenz einlullen. Das System ist nur in der Kombination mit echter marktwirtschaftlicher Freiheit und fixem Solidaranteil für ein klar definierte Zielgruppe und Leistungsspektrum zu retten. De facto haben wir bereits jetzt über den Risikostrukturausgleich eine einheitliche Staatskasse. Die dritte medizinische Revolution nach Antibiotikaära und computerunterstützter Bildgebung CT und NMR in Gestalt der Gentechnologie mit Gewebe- und Organzüchtung ( tissue engineering) lässt die Kosten explodieren und der Fortschritt der Medizin wird nicht mehr für alle uneingeschränkt verfügbar sein. Eine sozialromantische Ignoranz mit Klassenkampfparolen auch unter betroffenen Kollegen offenbart die Hilflosigkeit im globalen Medizinkomplex bestehen zu wollen und zu können!

Ein wichtiger medizinischer Aspekt besteht neben der allgemeinen facharztspezifischen Basisversorgung in der Ausbildung von Schwerpunkten und Spezialisierungen. Hier hat sich durch die Tätigkeit als Anästhesist und Schmerztherapeut, auch aus eigener leidvoller Erfahrung, die moderne Wirbelsäulendiagnostik und -therapie entwickelt. Dabei war auch hier der Abschied von ultimativer Versorgungs- und Versagensmedizin gewollt. Umfangreiche Eingriffe mit zwangsläufigen Folgeeingriffen an der Wirbelsäule zu verhindern und Strategien zur Chronifizierungsvermeidung zu entwickeln und vor allem effiziente Akutbehandlung zu realisieren war ein wichtiger Schwerpunkt. Daneben musste im Behandlungsalgorhythmus eine Präventionsstrategie aufgebaut werden. Dies geschah in Form eines sportmedizinischen Zentrums mit mobiler Spiroergometrie und Laktatdiagnostik mit Trainingsplanung, sowie ein Lauf-und Ganganalyselabors. Die Zielgruppe sind dabei in der Minderheit Hochleistungssportler, sondern im wesentlichen Gesundheitssportler, Patienten in der symptomarmen Remission zur Remobilisierung und Konditionierung mit Bewegung als Therapie und Prävention.

LauflaborAuf dem Boden einer Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ), die bis auf eine kleine Revision 1996 nahezu einen medizinischen Leistungsumfang abbildet der 15-20 Jahre alt ist sind Gesetzgeber, aber auch Ärzteschaft aus unterschiedlichen Beweggründen nicht willens und in der Lage diesen Tatbestand "Beihilfe zum Betrug" zweifelsfrei und rechtlich eindeutig zu überarbeiten. Es steht außer Frage, dass ein Serviceunternehmen auch aus den o.g. Aspekten betriebswirtschaftlich stabil arbeiten muss. Auch wenn immer wieder als anrüchig dargestellt ist der "Kunde" Patient Mittelpunkt. Dies kann er aber nur sein, wenn Rahmenbedingungen vorhanden sind, die ein Optimum an Diagnostik und Therapie nach aktuellem Kenntnisstand der Medizin wirtschaftlich tragbar erscheinen lassen. Der Vorwurf der unnötigen Leistungsausweitung zur Einkommensmaximierung ist abwegig und schlicht falsch. Unter den Bedingungen der wissenschaftlich erwiesenen diagnostischen- und therapeutischen Methoden bewegen wir uns im evidenzbasierten Niemandsland. Die meisten der selbstverständlichen und anerkannten Methoden der heutigen Medizin sind unter der Lupe dieser Kriterien betrachtet gar nicht oder nur auf den unteren Basisstufen der Evidenz zu sehen. Der medizinische Fortschritt von heute ist der Irrtum von gestern. Eine RVO im Sozialgesetzbuch V , die den Leistungsumfang der allgemeinen medizinischen Versorgung regelt und dabei die Termini "ausreichend und zweckmäßig" als Leistungsmaxime postuliert, wird systematisch in der Auslegung defensiv missbraucht und birgt die Gefahr des staatlich verordneten Kunstfehlers.

LauflaborWir bemühen uns, aber sind selbstverständlich nicht perfekt und fehlerfrei. Daher ist Kritik, sofern diese vom konstruktiven Gedanken geprägt ist, notwendig und stets willkommen. Patienten, denen ein solcher Ansatz fremd ist und die Behandlung primär an der Höhe des Eigenanteils der Versicherung orientieren respektive zur Abdeckung der Kosten direkt oder indirekt den Abrechnungsbetrug suggerieren werden sich bei uns nicht aufgehoben fühlen. Wir werden im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten auf soziale Härtefälle angepasst reagieren. Wir können aber auf Dauer gesellschaftliche und politische Fehlentscheidungen nicht abfedern.

Wir planen aus unserem erfolgreichen Konzept eine Expansion im Sinne einer Praxisklinik bzw. einer Praxiserweiterung mit Entwicklung der konservativen und operativen Spektrums. Dies wird voraussichtlich zum 1 Januar 2007 in der der Nordanlage in Giessen entstehen. Geplant sind 13 Facharztpraxen mit OP-Bereich für ambulante Operationen mit Tagesklinik. Aktuelle Informationen erhalten Sie wie immer auf unserer Internetseite.

So erreichen Sie uns

Dr. med Thomas André Violka
Nordanlage 19
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Tel.: 06 41 / 68 680 100
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